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Performance-Projekt VI: Die Regenmacher

Stiftungsvermögen zu verwalten, erfordert besondere Kenntnisse von Portfoliomanagern. Sie müssen unter anderen darauf achten, ausreichend ordentliche Erträge aus Zinsen – was kaum noch möglich ist – und Dividenden zu erwirtschaften, damit die Stiftung ihren satzungsgemäßen Auftrag erfüllen kann. Zudem sind Stiftungen speziell in Deutschland sehr risikoavers aufgestellt – das deutsche Stiftungsrecht bzw. die Stiftungsaufsicht woll(t)en es so. Erst im Zuge der Dauerniedrigzinsphase ändert sich etwas.

Im Performance-Projekt 6 hat eine Stiftung am 1. Januar 2020 insgesamt 5 Millionen Euro in die Vermögensverwaltung gegeben. Ihre Vorgaben lauten:

• Laut Satzung sind bis zu 50 % in Aktienanlagen zulässig.

• In der Vermögensanlage sollten nachhaltige Anlagen (ESG, SRI) integriert sein, jedoch ist keine ausschließliche Nachhaltigkeit notwendig.

• Jährlich sollen 2 % Ausschüttungen, also 100.000 Euro, aus ordentlichen Erträgen unter Berücksichtigung der steuerlichen Restriktionen für Ausschüttungen erfolgen. Dies sind Dividendenzahlungen von börsennotierten Unternehmen und Zinsen von Staats- oder Unternehmensanleihen ebenso Fondsausschüttungen.

• Außerordentliche Erträge (aus Wertsteigerungen der Wertpapiere) sind zu thesaurieren, also anzusparen.

• Das Stiftungsvermögen hat einen "ewigen Anlagehorizont". Entsprechend ist das Vermögen zu managen (keine zwingende Berücksichtigung einer Anlagedauer von 5 Jahren (Projektdauer)).

• Die Vermögensverwalter können eine individuelle Pauschalgebühr (all-in-fee inkl. Umsatzsteuer) ansetzen. Sie wird vierteljährlich belastet. Bemessungsgrundlage ist das jeweilige Vermögen der Stiftung einschließlich Liquiditätskonto.

Das Benchmark-Portfolio

Die Messlatte für die Leistungen der Vermögensverwalter in Projektrunde VI ist analog zum Vorgängerprojekt ein sogenanntes Benchmark-Portfolio. Der Stifter ist bei der Zusammenstellung wie ein naiver Anleger vorgegangen. Er kauft zum Beginn des Projekts mehrere kostengünstige ETF – börsengehandelte Indexfonds. Er bildet damit eine Aktienquote von 45 % ab. Der Rest wird in Anleihen und ggfs. in Rohstoffe angelegt. Die genaue Zusammensetzung des ETF-Portfolios lautet:

• Aktien - Weltweit – nachhaltig: UBS ETF (LU) MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (USD) A-dis (LU0629459743) 15,0%

• Aktien - Weltweit – Dividende: iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) (DE000A0F5UH1), 15,0%

• Aktien - Euroland – Dividende: SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF (IE00B5M1WJ87), 15,0%

• Anleihen - Alle Anleihen – Welt: iShares Core Global Aggregate Bond UCITS ETF IE00B3F81409, 40,0%

• Anleihen - Staatsanleihen – Euro: Xtrackers iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus UCITS ETF 1D

Das Depot wird regelmäßig rebalanciert.

Das Gros ist besser als die Benchmark

Erfreulich ist: Das Gros der Teilnehmer hat nicht nur die Vorgaben der Stiftung erfüllt, sondern auch das passive Depot in der Punktewertung übertroffen. Nur sieben von 39 Teilnehmern bleiben hinter der Benchmark zurück.

Unter denen, die die Benchmark schlagen, sind einige „Regenmacher“ mit einer Top-Rendite: Voran die FIS Privatbank S.A., die einen zwischenzeitlichen Gewinn von 1.712.135,45 € erzielt hat und eine Rendite von sage und schreibe 21,8% verbucht. Die FIS fällt durch ein kluges Risikomanagement über den Cash-Anteil auf. Das Portfolio besteht derzeit aus knapp 52% Rentenanteil, 32% Aktien und 16% Barmitteln. FRÜH & PARTNER VERMÖGENSVERWALTUNG AG glänzen mit 13,0% Rendite, FV Frankfurter Vermögen AG haben 19,3% erzielt, Dahl & Partner Vermögensverwaltung AG 21,0%, hier wird allerdings der zulässige Aktienanteil überprüft, denn das Portfolio fährt mit 47% Aktien und weiteren 51% Express- Zertifikaten; auch die Neue Bank AG weist 16,0% Rendite auf. Alle sind also besonders gut durch die schwierige Corona-Phase an den Börsen gekommen und haben den nachfolgenden Aufschwung voll mitgenommen.

Fazit

In diesem Projekt beweist erstmals der Großteil der Teilnehmer seinen Wert als aktiver Vermögensmanager gegenüber dem passiv „gestrickten“ Benchmark-Portfolio. Aber der Weg ist noch lang. Bis zum Ende des Projekts vergehen noch dreieinhalb Jahre.

Die Prüfinstanz und ihre Partner

Exklusiver Datenlieferant und Auswertungspartner des Performance-Projekts ist Infront. Durchgeführt werden die Performance-Projekte von der FUCHS|RICHTER PRÜFINSTANZ. Einzelheiten zu den Anforderungen an die Teilnehmer sowie den tagesaktuellen Stand sind auf diesen Seiten zu finden:

Projektstand (bitte registrieren und anmelden)

Mission

Die Aufgabe und Wie wir werten in Performance-Projekt 6

Die FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ wurde 2003 gegründet und ist ein Zusammenschluss zwischen dem Verlag FUCHSBRIEFE, Berlin und dem Institut für Qualitätssicherung und Prüfung von Finanzdienstleistungen, ein Geschäftsbereich des Dr. Richter | Kompetenzzentrum Vermögen, Hannover. Die Prüfinstanz hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Qualität im Private Banking zu untersuchen und transparent zu machen. Ihre Prüffelder sind die Beratung Vermögender, das Management von Stiftungsvermögen, die Vermögensverwaltung und die Vertrauenswürdigkeit der Anbieter von Vermögensdienstleistungen.

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Erstellt von Ralf Vielhaber