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Performanceprojekt I und II: Endergebnisse stehen fest

Am 30. Juni 2016 endeten die ersten beiden Projektrunden des Performance Projekt. Nach 5 und 4 Jahren Laufzeit stehen nun die Gewinner fest. Diese zeigten guten Leistungen, dennoch: Das Gesamtergebnis wirft kein besonders gutes Licht auf die Branche. Kern des Projekts war die Vermögensverwaltung eines mit 1,5 Millionen Euro bestückten Portfolios eines fiktiven Private Banking-Kunden.

Berlin/Hannover. Im Juni 2011 wurde das FUCHS Performance-Projekt vom Verlag Fuchsbriefe und Dr. Jörg Richter ins Leben gerufen und insgesamt 102 Banken und Vermögensverwalter nahmen an der ersten und zweiten Projektrunde teil.

Kern des Projekts war die Vermögensverwaltung eines mit 1,5 Millionen Euro bestückten Portfolios eines fiktiven Private Banking-Kunden. Punkte gab es bei Erreichung des Renditezieles sowie der Risikovorgaben, Punktabzug bei Überschreiten der maximalen Verlustvorgabe. Die Punktvergabe erfolgte pro Quartal. In Performance-Project, Runde 1, waren 2000 Punkte erzielbar. Die Nr. 1, Performance IMC Vermögensverwaltung schaffte 1311; in Runde II waren 1.600 Punkte erreichbar, die Dr. Kohlhase Vermögensverwaltung kam auf 1.169 Punkte. 


Am 30. Juni 2016 endeten die ersten beiden Projektrunden des Performance Projekt. Nach 5 und 4 Jahren Laufzeit stehen nun die Gewinner fest. Diese zeigten guten Leistungen – dennoch: Das Gesamtergebnis wirft kein besonders gutes Licht auf die Branche.

Performance IMC Vermögensverwaltung AG aus Mannheim und die Dr. Kohlhase Vermögensverwaltung GmbH aus München haben die beiden ersten Projektrunden im Performance-Projekt nach Punkten für sich entschieden.

Für Beobachter gab es einige überraschende Erkenntnisse.

• In beiden Projektrunden schafften es deutlich mehr als ein Drittel der Teilnehmer nicht, die Kundenvorgaben realer Kapitalerhalt und maximal 20% Verlust vom erreichten Höchststand umzusetzen. „Ruhiger Schlaf“ mit möglichst geringen Ausschlägen im Depot nach unten war dem Kunden noch nicht einmal bei der Hälfte aller Teilnehmerportfolios vergönnt.

• 102 Anbieter stellten sich diesem bislang einmaligen Direktvergleich über diese lange Anlagedauer. Dies ist ohne Frage ein großer Schritt in Richtung Vergleichbarkeit. Dennoch stimmt es nachdenklich, dass jeweils 44% den anonymen Status wählten, um sich mit ihrem Detailergebnis vor dem Blick des Beobachters zu verstecken. Dazu Ralf Vielhaber, Geschäftsführer Verlag Fuchsbriefe:
"Etliche haben Ihren Status von Klarnamen zu anonym gewechselt, und wieder zurück. Das war erlaubt, zeugt aber von keinem ausgeprägten Selbstbewusstsein.

• Der fundamentale Investmentansatz dominierte nicht nur zahlenmäßig das Teilnehmerfeld in beiden Projektrunden, sondern auch vom Erfolg her. Unter den Top 10 in beiden Projektrunden ließ sich kein Teilnehmer mit einem quantitativen, prognosefreien Anlageansatz ausmachen.

• Die große Mehrheit der Teilnehmer setzten auf breite Streuung ihrer Anlagen und führen den wesentlichen Anteil an der Rendite auf die strategische und taktische Zusammenstellung der Anlagen zurück, während die Suche nach dem optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkt (Timing) eine untergeordnete Rolle spielte.
Jörg Richter, Geschäftsführer von Dr. Richter | IQF: „Diese Erkenntnis überrascht nicht. Die Wissenschaft hat schon mehrfach beweisen können, dass Basis für den Anlageerfolg die Grundstruktur eines Portfolios ist. Der Markt lässt sich nicht voraussehen. Richtige Timing-Entscheidungen sind Glücksache. Darauf lässt sich keine vernünftige Anlagestrategie aufbauen.“

• Während in Projektrunde I Fonds das beliebteste Anlageinstrument waren, dominierten in Projektrunde II klar Aktien auf Einzeltitelbasis. Als Anlageklasse hatten Aktien ohnehin die Nase vorn. Auch ETF kamen vielfach zum Einsatz, selten dagegen Optionsscheine. Insbesondere in Projektrunde II lagen mit Dr. Kohlhase und Knapp Voith zwei Vermögensverwalter im Vorderfeld, die stark auf Anleihen setzten: in Form von Fonds wie als Einzeltitel.

• Viel bewirkt viel – das lässt sich nicht verifizieren. Die beiden nach Punkten Bestplatzierten Performance IMC Vermögensverwaltung AG in Runde I und Dr. Kohlhase Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH in Runde II kamen mit 24 bzw. 15 Wertpapieren zurecht. Dr. Kohlhase zeigte zudem, dass man mit ruhiger Hand viel erreichen kann: 44 Transaktionen reichten zum Sieg.

• Der Gebührenansatz von 1,2% inklusive Umsatzsteuer für ein Depot mit 1,5 Millionen Euro Anlagevolumen gilt mehrheitlich als angemessen.
 
Fazit: Auch, wenn sie die vorderen Plätze in beiden Wettbewerben durch sehr gute Leistung erreicht haben - die These, dass unabhängige Vermögensverwalter beim Portfoliomanagement grundsätzlich besser sind als Banken, lässt sich nach den ersten beiden Runden im FUCHS Performance-Projekt von Dr. Jörg Richter und Verlag Fuchsbriefe nicht bestätigen. Allgemein kann festgestellt werden, dass konsequente Strategieeinhaltung und eine ruhige Hand zusammen mit einer klaren Marktmeinung, zentrale Erfolgsfaktoren in der Vermögensverwaltung sind.


Die Top 5 der Runde I (1.7.2011 bis 30.6. 2016)


  1. Performance IMC Vermögensverwaltung
  2. Finanz Konzept AG
  3. Sydbank A/S (Deutschland)
  4. SEB Private Banking S.A.
  5. Vermögensverwalter (Anonymer Teilnehmer)

Die Top 5 der Runde II (1.7.2012 bis 30.6. 2016)

  1. Dr. Kohlhase Vermögensverwaltungsgesellschaft GmbH
  2. Bank (Anonymer Teilnehmer)
  3. Knapp Voith Vermögensverwaltungs AG
  4. VERMÖGENSKULTUR AGjavascript:void(0);
  5. Liechtensteinische Landesbank AG

Die Punkteberechnung erfolgt durch die Quanvest GmbH in Bad Homburg, ein Spezialist für Performance Controlling und die Überwachung von Portfoliorisiken. Für das Projekt stellt die vwd group basierend auf der vwd advisory solution und dem vwd portfolio manager die Plattform für die Depotführung, "Ordererfassung" und Teilnehmer-Auswertungsmöglichkeiten ihrer Depots zur Verfügung. Zugleich ist die vwd group auch exklusiver Partner der FUCHSBRIEFE für die Lieferung von Finanzmarktdaten.

Das Performanceprojekt ist ein Prüffeld der Private Banking Prüfinstanz, bestehend aus Dr. Richter | IQF und dem Verlag Fuchsbriefe. Aktuell laufen zwei weitere Projektrunden mit jeweils fünf Jahren Anlagedauer. Interessierte können die Ergebnisse und aktuellen Depotstände im kostenlosen Userbereich unter www.pbpi.de einsehen.

Ab dem 30.08.2016 ist der Report mit den Gewinnern, Zahlen und Fakten der ersten Projektrunden über den Webshop des Verlags Fuchsbriefe offiziell erhältlich.     


erstellt von Ralf Vielhaber, Jörg Richter