Die Füchtlingskrise und der Brexit haben viele Menschen in Europa stark verunsichert. Wer es sich leisten kann, neigt offenbar dazu, Europa zu verlassen oder sich ein weiteres Standbein auf einem anderen Kontinent zu sichern. Laut Andrew Amoils, Autor von The Europe 2017 Wealth Report  sind die Reichen ein Frühwarnsystem der Gesellschaft. Sie sind finanziell unabhängig, gut ausgebildet und haben internationale Kontakte. Ihnen fällt es besonders leicht, auszuwandern.

Der Report untersucht auch Wanderungsbewegungen von Millionären europaweit. Im letzten Jahr sollen demnach mehr als 4.000 Millionäre Deutschland verlassen haben. 2015 waren es rund 1.000. Davor lag die Zahl im niedrigen dreistelligen Bereich. Beliebteste Ziele sind Australiens Großstädte Sydney und Melbourne und – für jüdische Auswanderer – Israel. Weitere Faktoren für den Weggang laut Amoils: die Befürchtung, dass der dauerhafte Unterhalt der Zuwanderer die hiesige Steuerbasis aushöhlt und mangelndes Vertrauen in die Justiz und das Bildungssystem.

Wie stabil ist die EU? 
Der aktuelle Testfall der Prüfinstanz, Verlag FUCHSBRIEFE und Dr. Richter|IQF, hat diese Situation zur Grundlage. Der Kunde, der für die Prüfinstanz unterwegs ist, war bei seiner Kapitalanlage in der Vergangenheit stets positiv für Deutschland und Europa gestimmt. Trotz aller Unkenrufe waren er sich lange sicher, dass Europa irgendwann gut aus der Finanz- und Wirtschaftskrise kommt. Doch mit der Flüchtlingskrise kamen Bedenken bezüglich der Stabilität der EU. Und der BREXIT hat für ihn ganz neue Gefahren aufgezeigt:

Die EU könnte auseinanderbrechen.
Mittlerweile ist der Kunde soweit, dass er ernsthaft überlegt, (ganz) in ein Land außerhalb der EU zu ziehen oder zumindest dort einen zusätzlichen Wohnsitz zu gründen. Damit stellen sich für ihn bezüglich seines Vermögens neue Fragen.

Komfortable Vermögenssituation 
Grundsätzlich ist die Vermögenssituation des Kunden seit Generationen komfortabel. Das Gesamtvermögen beläuft sich auf ca. 8.000.000 Euro. Davon sind 4.000.000 Euro in mehreren Immobilien angelegt (hauptsächlich Wohnimmobilien), in die die Familie schon seit Jahrzehnten investiert hat. Die Mieteinnahmen reichen, um davon gut zu leben. Der Rest kommt aus den Dividenden und Fondsausschüttungen im Depot.
Auch die laufenden Einnahmen sind sehr ordentlich: 10.000 Euro erhält der Kunde monatlich aus dem Vermögen zum Leben (nach Steuern). Er muss nicht arbeiten, tut es aber trotzdem.

Das Depot wird von einem langjährigen familiennahen Vermögensverwalter gemanagt. Doch hat dieser seine Firma altersbedingt verkauft. Der neue Inhaber und damit Berater ist nicht überzeugend. Daher sucht unser Kunde einen neuen Vermögens-Partner, denn er will jetzt das Vermögen mit Blick auf den BREXIT und das oben geschilderte Szenario umstrukturieren.

Depot umschichten 
Das bisherige Depot ist klar „europafreundlich“ aufgestellt. 100 % sind in Europa angelegt. Zirka die Hälfte des Depots sind deutsche Aktien. Der Rest ist Europa inkl. Schweiz.

Das neue Depot soll nur noch zu 25 % in Europa investiert sein. Hier benötigt der Kunde jetzt Expertise. Die Grundstruktur des bisherigen Depots kann dabei bestehen bleiben: 70 % Aktien, der Rest Renten. Aber das Depot soll eben „europa-stresssicherer“ gemacht werden.

Fragen an den neuen Vermögensmanager

So ergeben sich mehrere Fragen an den künftigen Vermögensmanager: 

  1. Traut er sich zu, das Depot wie gewünscht umzustrukturieren? 
  2. Hat er nachgewiesene Expertise in Fremdwährungsanlagen? Falls ja, in welchen Währungen?
  3. Welche Strategie empfiehlt er für das Wertpapierdepot konkret? 
  4. Und wie sollte das Geld konkret angelegt werden (welche Wertpapiere)?
  5. Welchen Goldanteil empfiehlt der Vermögensmanager mittelfristig aufzubauen?

Fazit

Ein Fall, der die Währungsexpertise der Geldhäuser ebenso auf den Prüfstand stellt, wie er ihr Mitdenken herausfordert. Was ist vor und bei einem Wegzug ins Ausland noch zu beachten?