Direkt zur Vertrauensampel

Welchem Vermögensmanager kann man vertrauen?

Die Private Banking Prüfinstanz startet im Januar 2016 ein weiteres Ratingverfahren. Es geht darum, die Vertrauenswürdigkeit der Private Banking-Anbieter zu verifizieren. Dazu dient ein fünfteiliges Verfahren, das in der Vertrauensampel mündet. Einbezogen werden - so weit bekannt - alle Private Banking-Anbieter (Banken, Vermögensverwalter, Family Offices) zunächst in Deutschland.

Welchem Vermögensmanager kann man vertrauen? Diese Frage stellen Kunden nicht erst seit der Finanzkrise 2008 immer lauter. Denn viele haben mit fragwürdigen Produkten wie undurchsichtigen Zertifikaten ein kleines oder auch größeres Vermögen verloren.

Seitdem reiht sich Prozess an Prozess, Urteil an Urteil. Ursache war häufig Gier der Banken und ihrer provisionsbezahlten Berater.

Wir haben in zig Gesprächen, die wir für Kunden geführt haben, festgestellt: Der Berater hatte gar nicht verstanden, wie das Produkt funktioniert, das er da verkauft.

Doch fairerweise muss an dieser Stelle auch gesagt werden: Nicht jeder Prozess, der angestrengt wird, ist berechtigt. Auch Kunden waren und sind gierig. Sie lassen sich gern auf riskante Produkte ein und freuen sich still und leise, solange alles gut geht. Aber kaum geht etwas schief, versuchen sie sich das Geld zurückzuholen und scheuen dabei auch vor juristischen Winkelzügen nicht zurück.

Trusted Wealth Manager

Ab Januar 2016 können sich Interessierte auf www.pruefinstanz.de über die Vertrauenswürdigkeit der Private Banking Anbieter informieren. 

In das fünfstufige Verfahren werden folgende Auskunftsquellen einbezogen:

  1. öffentlich zugängliche schriftliche Quellen wie Presseberichte, Gerichtsdokumentationen
  2. ein Beirat aus Fachanwälten; er berichtet der Private Banking Prüfinstanz über akute, anhängige Auseinandersetzungen zwischen Banken und Kunden
  3. Auskünfte aus Kundenkreisen
  4. Informationen von Mitarbeitern
  5. Selbstauskünfte der Banken und Vermögensverwalter

Es gilt der Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten.

Alle eingehenden Hinweise werden von der Private Banking Prüfinstanz sorgfältig überprüft und mit den Fachanwälten – auch solchen, die Banken in Verfahren vertreten – diskutiert. Außerdem werden grundsätzlich die betroffenen Banken, Vermögensverwalter, Family Offices zu Vorwürfen gehört.

Klar ist: Nicht jeder Vorwurf ist berechtigt. Nicht jedes aus formalen Gründen gewonnene Verfahren kann dazu dienen, einen Anbieter als nicht vertrauenswürdig einzustufen. Es wird immer Grenzfälle geben, über die unterschiedlich geurteilt werden kann. Deshalb sind Nachvollziehbarkeit und Transparenz wichtig. Das Ergebnis unserer Entscheidung wird auf der Seite der PBPI dargestellt. 

Vertrauensampel

Die Vertrauensampel erhebt nicht den Anspruch, eine juristisch eindeutige Auskunft zu geben.

Sie will vielmehr Orientierung ermöglichen und ist eine Wertung, eine Meinungsäußerung der PBPI, die auf den genannten Quellen und deren Abwägung aufbaut. Anders als Bewertungen bspw. auf Shop-Seiten, die manipulationsanfällig sind, gewährleistet die Vertrauensampel ein klares Verfahren und eine transparente Urheberschaft der Wertung. 

Bedeutung der Ampelzeichen

Den Ampelkategorien „öffentliche Quellen“, „Fachanwälte“, „Kunden“, „Mitarbeiter“ sind die typischen Ampellichter Rot, Gelb und Grün zugeordnet. Hinzu kommt Grau für ausgeschaltet, Prüfzeitraum läuft noch. 

Nur wenn in allen fünf Kategorien das grüne Licht leuchtet bzw. es nur in einer einzigen Kategorie blinkt, stellt sich die Vertrauensampel auf Grün und zeigt volle Vertrauenswürdigkeit an. 

Fazit: Mit diesem neuen Rating hoffen wir dazu beitragen zu können, genau da das Vertrauen schrittweise wiederherstellen zu können, wo dies berechtigt ist. Vertrauen, das über Jahre hinweg verloren gegangen ist. Vertrauen durch Kontrolle.