FUCHS-Report Stiftungsvermögen 2017 - Den Zielkonflikt (auf)lösen

Markttest der Private Banking Prüfinstanz 2017 belegt Stiftungsvermögen: Der Zielkonflikt ist lösbar

 
Berlin / Hannover, 16. Mai 2017

Professionellen Vermögensmanagern gelingt es durchaus, den Zielkonflikt von Werterhalt des Stiftungsvermögens und der Erzielung ordentlicher Erträge zur Erfüllung des Stiftungszwecks aufzulösen. Dies lässt sich nach dem aktuellen Markttest der Private Banking Prüfinstanz Verlag Fuchsbriefe und Dr. Richter | IQFin Zusammenarbeit mit den Stiftungsexperten von Peters, Schönberger & Partner, München und dem Risikomessspezialisten Quanvest in Bad Homburg sagen. Sie waren damit betraut, die Vermögensverwalterauswahl für die Thussi-Drexler-Stiftung im Allgäu vorzunehmen.

67 Banken, Vermögensverwalter und Family Offices aus dem In- und Ausland hatten sich für das Mandat der Stiftung interessiert. „Damit ist dies nach meiner Kenntnis der umfangreichste Qualitätstest der Dienstleistungen von Finanzinstituten gegenüber Stiftungen“, konstatiert Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber. 55 hatten schließlich ihre Angebote abgegeben. Die Aufgabenstellung, mit der die Thussi-Drexler-Stiftung die Banken des Ausschreibungsverfahrens konfrontierte, war auf wenige Eckpunkte beschränkt und ließ daher einigen Gestaltungsspielraum. Angelegt werden sollten 3 Millionen Euro. Die Stiftung benötigte 50.000 bis 100.000 Euro an Ausschüttungen und beabsichtigte 15% an Liquidität vorzuhalten, um jederzeitige Flexibilität sicherzustellen. Die Stiftungsverantwortlichen baten zudem um eine „Firewall“ zum Werterhalt des Vermögens.

Die Spreu vom Weizen trennte sich bei der Stiftungsexpertise. Etliche Häuser zeigten hier Mängel, besonders bei der Ertragsverwendung. Dazu Jörg Richter, Partner der Prüfinstanz und Geschäftsführer des Instituts Dr. Richter | IQF: „Bei der Planung der Erträge zeigt sich häufig, wer nicht über genügend Stiftungs-Expertise verfügt. Besonders Anbieter aus dem Ausland taten sich schwer: Einige schütteten die Kursgewinne aus, andere verkauften z. B. Fondsanteile, um die Stiftungszwecke zu erfüllen. Doch beide Wege sind Stiftungen grundsätzlich untersagt.“

Zehn Angebote überzeugten die Jury. Sie kamen in die Endauswahl und durften ihre Anlagekonzepte vor den Vertretern der Prüfinstanz, PSP und von Stiftungsvorstand und –kuratorium in einem sog. Beauty Contest präsentieren. Nach Auswertung aller Prüfkriterien – Anlagevorschlag mit 45% Gewicht, Beauty Contest mit 20%, Portfolio mit 15%, Transparenzfragen mit 15% und Serviceangebot mit 5% – die Reihenfolge können Sie hier einsehen. 

Bei der Betrachtung des Portfolios selbst und wie es – ohne Eingreifen des Managements – die Vorgaben der Stiftung erfüllen kann, kamen in der Analyse von Quanvest die Zusammenstellungen von Sal. Oppenheim, der BW Bank und der DZ Privatbank besonders gut weg. „Die Kreativität einiger Stiftungsmanager zeigt, dass das Ziel, Ausschüttungen zu erzielen, nicht im Konflikt mit einer ordentlichen Rendite und einem vorsichtigen Risikoansatz stehen muss“, meint Christian Libor, Geschäftsführer von Quanvest, dem Auswertungspartner der Prüfinstanz.

Qualitativ haben Stiftungsmanager überzeugt, die den Stiftungsvorstand an die Hand nehmen, um ihn durch den Anlagevorschlag zu führen, dabei alles Wesentliche ansprechen ohne zu überfrachten oder allzu wissenschaftlich daherzukommen. Maik Paukstadt, Partner der Kanzlei PSP, fasst diesen Punkt zusammen: „Der Stiftungsvorstand erwartet ein vollständiges und dabei gut verständliches Angebot. Schließlich muss er auf dieser Basis eine Entscheidung treffen, die die Geschicke der Stiftung wesentlich beeinflusst.“

In der Gesamtschau über alle von der Prüfinstanz seit 2008 jährlich vorgenommenen Stiftungstests führt Sal. Oppenheim vor der BW Bank und der Deutschen Bank die Rangliste an. In diese Ewige Bestenliste der Stiftungsmanager kommen alle Anbieter, die mindestens sechsmal an einem Markttest der Prüfinstanz teilgenommen haben.

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Sie können die offizielle Pressemeldung der Private Banking Prüfinstanz hier downloaden.

 

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