Das Haus des Stiftens in München, eine gemeinnützige Einrichtung, die Stifter berät und deren Engagement für die Allgemeinheit unterstützt, schrieb im Herbst 2014 zwei Fondsmandate mit einem Volumen von jeweils mindestens zehn Millionen Euro zur Vermögensverwaltung aus. Die Vorstände der Stiftung Kinderfonds und der Don Bosco Stiftung hatten das Haus des Stiftens um diese Dienstleistung gebeten.

Die Aufgabe für die Vermögensverwaltung

Die Vorgabe für beide Fondsmandate war simpel: Es sollten bei minimalem Risiko zwei feste Renditeziele anvisiert werden: Für Fonds 1 waren dies 2,75 %, für Fonds 2 waren es 3,50 % - vor jeglichen Kosten. Der Anlagehorizont betrug fünf Jahre. Die Renditen sollten grundsätzlich jährlich ausgeschüttet werden. Sie konnten aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen stammen. Zugelassen waren sämtliche Anlageklassen und Wertpapiere, ausgenommen Immobilienfonds.

Woher kommt die Rendite?

Die Vermögensverwalter, die sich an der Ausschreibung beteiligten, sollten im Angebot konkrete Angaben zu vorgegebenen Punkten machen.

Gewünscht war die Darstellung, wie sie für die einzelnen Mandatsformen die jeweilige Rendite erzielen wollten, welche Anlageinstrumente sie dazu verwenden würden und welche Asset Allokation sie zu Grunde legten. Die Frage lautete: Wie sieht zum Zeitpunkt der Abgabe des Angebots das Mandat im Detail aus? Dies sollte anhand eines Musterdepots auf Basis konkreter Wertpapiere dargestellt werden. Dabei sollten die Vermögensverwalter auch ihre Renditeerwartung für die jeweilige Anlageklasse mitteilen. Sie waren darüber hinaus aufgefordert, ihren Investmentansatz und ihre Anlagephilosophie im Angebot zu erläutern.

Wer handelt, wer ist Ansprechpartner?

Die Vermögensverwalter sollten die handelnden Personen und deren Erfahrungen konkret benennen. Und aufzeigen, wie die Investmententscheidungen im Haus getroffen werden und auf welche Research-Quellen sie zurückgreifen.

Nachhaltigkeit erwünscht

Zwar war die nachhaltige Geldanlage für die Stiftung Kinderfonds und Don Bosco Stiftung nachrangig, jedoch nicht ohne Bedeutung. Daher sollten die Vermögensverwalter aufzeigen, ob bzw. wie sie das Thema Nachhaltigkeit in den Vermögensklassen umsetzen (können).

Welche Risiken werden eingegangen?

Mit Blick auf die Kapitalmärkte war die Darstellung der Risiken und deren Auswirkungen wichtig. In der Ausschreibung wurde bereits ausdrücklich auf Aktienmarktrisiken und Zinsänderungsrisiken hingewiesen. Die Vermögensverwalter sollten aufzeigen, welche zeitweiligen maximalen Verluste in den jeweiligen Szenarien von ihnen prognostiziert würden.

Was kostet der Spaß?

Wichtiger Punkt in der Ausschreibung war die Höhe des Honorars. Die Vermögensverwalter sollten daher detailliert ihr Honorarangebot vorstellen. Gewünscht war eine Staffelung nach Vermögenshöhen von 10, 20 und 30 Mio. Euro. Die Stiftungen erhofften sich Sonderkonditionen und drückten dies auch klar aus. Die voraussichtlichen Partner der fremdverwalteten Investment AG hätten ihre Leistungen bereits zu Sonderkonditionen angeboten. Ihr Vorteil sei es, dies öffentlichkeitswirksam kommunizieren zu können. Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat der Investment AG würden ihre Arbeitsleistung ehrenamtlich zur Verfügung stellen.

Erfahrung gesucht

Für die ausschreibenden Stiftungen kamen nur erfahrene Vermögensverwalter infrage. Daher sollten die Anbieter an jeweils zwei anonymisierten Echt-Depots ihre Fondsstrategie aufzeigen und ihre Anlageergebnisse in der Vergangenheit belegen. Der Rückblick sollte mindestens 5 Jahre betragen. Diese Echt-Depots sollten mit den jeweils vorgeschlagenen Strategien vergleichbar sein. Zugleich waren die Anbieter aufgefordert, an einem der vier Echt-Depots ihr Risikomanagement aufzuzeigen. Die Stiftungsvertreter wollten sehen, wie in kritischen Marktsituationen agiert wurde.

Nicht zuletzt war eine Kurzvorstellung des Unternehmens gewünscht, das an der Ausschreibung teilnahm. Über welche Kompetenzen verfügte es sonst noch?

Fazit

Der besondere Fokus lag diesmal auf den Fähigkeiten der Anbieter im stiftungsgerechten Anlagemanagement. Die Kernanforderungen hießen Risikomanagement, günstige Kosten und nachhaltige Geldanlage.