Die Aufgabe und Wie wir werten

Die Aufgabe

  • Die Vermögensverwalter sind aufgerufen, das flüssige Vermögen der gemeinnützigen Stiftung eines aktienaffinen Stifters über fünf Jahre zu managen.
  • Als Startkapital standen 5 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Jährlich sollen 2 % Ausschüttungen, also 100.000 Euro, aus ordentlichen Erträgen erfolgen. Dies sind Dividendenzahlungen von börsennotierten Unternehmen und natürlich Zinsen von Staats- oder Unternehmensanleihen.
  • Außerordentliche Erträge (aus Wertsteigerungen der Wertpapiere) sind zu thesaurieren, also anzusparen.
  • Der Stifter wünscht sich den nominalen Vermögenserhalt nach einer Laufzeit von fünf Jahren, nachdem Kosten und Entnahmen bereits abgezogen sind.
  • Die Vermögensverwalter können eine individuelle Pauschalgebühr (all-in-fee inkl. Umsatzsteuer) ansetzen. Sie wird vierteljährlich belastet. Bemessungsgrundlage ist das jeweilige Vermögen der Stiftung einschließlich Liquiditätskonto. 

Das Benchmark-Portfolio

Die Messlatte für die Leistungen der Vermögensverwalter in Projektrunde III ist ein sogenanntes Benchmark-Portfolio. Der Stifter ist bei der Zusammenstellung wie ein naiver Anleger vorgegangen. Er hat einfach zwei kostengünstige ETF – börsengehandelte Indexfonds – gekauft. Einmal mit 60 % europäischen Staatsanleihen als defensivem Baustein; einmal mit 40 % internationale Dividendentiteln für die Aktienkomponente.

Dies ist ein logische Messgröße, denn der Stifter beauftragt nur dann einen Portfoliomanager, wenn dieser es aufgrund seiner besseren Marktkenntnisse, längeren Erfahrungen oder anderer Fähigkeiten schafft, auf lange Sicht nach Kosten einen erkennbaren Mehrwert durch eine höhere Rendite und / oder eine geringe Schwankungsbreite (Risiko) zu liefern. 

Konkret handelt es sich bei diesen Wertpapieren um den iShares Euro Goverment Bond ETF (DE 000 A0Y BRZ 7) mit 60 % Anteil und den dbx Stoxx Global Select Div. 100 ETF (LU 0292 096 186) mit 40 % Portfolioanteil.

Das Portfolio wird – je nach Wertentwicklung der Komponenten – vierteljährlich angepasst, erstmalig per 01.02.2015. Dieses Rebalancing ist nötig, damit nicht, etwa bei einer hervorragenden Entwicklung der Aktienmärkte, dieser Vermögensbaustein allein durch Wertsteigerung ein deutliches Übergewicht und das Portfolio somit eine Unwucht erhält. Beim Rebalancing würden im Beispielfall Anteile des Aktien-ETF verkauft und Anteile vom Renten-ETF hinzugekauft.

Aus dem regelbasierten Rebalancing jeweils zum Quartalsanfang ergeben sich auch die einzigen Transaktionen, die im Benchmark-Depot stattfinden. Als Depotbank wählt der Stifter eine Direktbank. Er rechnet mit jährlich acht Transaktionen (Anfangs- investition bzw. 4 x Rebalancing). Eine Depotgebühr fiele nicht an. Als Transaktionsgebühren fallen 0,01 % p. a. (ca. 25 Euro fix je Transaktion) an. 

Die Bewertung

In jedem Quartal ermittelt unser Projektpartner Quanvest die Rendite (zeitgewichtet) und Volatilität (Schwankungsbreite) des Benchmark-Depots und der Teilnehmer-Depots inklusive des jeweiligen Liquiditätskontos.

Die Differenz zwischen der Entwicklung des Benchmark-Depots und der jeweiligen Teilnehmerleistung wird in Punkte übersetzt. Eine positive Abweichung zum Benchmark-Portfolio bringt Pluspunkte, eine negative Minuspunkte.

Quanvest vergibt Punkte in den Kategorien „Rendite“ und „Risiko“. Die Ergebnisse werden addiert. Werden die Kundenziele „Mindestausschüttung“ und „nominaler Kapitalerhalt nach 5 Jahren“ nicht eingehalten, berücksichtigen wir dies durch Punktabzüge (Minuspunkte).

  

Maluspunkte für nicht erreichte Ausschüttungen

Das Verfahren zur Berechnung der Maluspunkte bei Nicht-Erreichen der Ausschüttungen ist hier erläutert.